Handlungskonzept der Landesregierung Nordrhein-Westfalen

zum EU-Rahmenprogramm für Forschung und Innovation „Horizon 2020“

im Kontext der Europa 2020 Strategie und der Leitinitiative Innovationsunion

(verabschiedet am 29. April 2014)

- Zusammenfassung -

Die Landesregierung hat seit 2006 mit dem Handlungskonzept zu den EU-Forschungsrahmenprogrammen eine Struktur geschaffen, die durch abgestimmte Maßnahmenbündel die Beteiligung nordrhein-westfälischer Akteure an der europäischen Forschungs- und Innovationsförderung, aber auch an den dadurch entstehenden Wissens- und Innovationsnetzwerken steigern soll.

Folgende Ziele werden mit dem aktuellen Handlungskonzept zur Beteiligung an Horizont 2020 (Laufzeit 2014-2020) verfolgt:

  • Stärkung der Wettbewerbsfähigkeit von Wissenschaft und Wirtschaft in NRW
  • Stärkere Ausrichtung auf Innovation: „Überwindung der Innovationslücke“
  • Angemessene Berücksichtigung des Themas „Social Innovation“
  • Verankerung des Querschnittsthemas Gleichstellung der Geschlechter
  • Flankierung durch die NRW-Innovations- und Forschungspolitik

Ein Großteil der Maßnahmen des Handlungskonzepts wird im Rahmen des Projekts „NRW.Europa“ durchgeführt, dem Netzwerkknoten des europäischen Beratungsnetzwerks Enterprise Europe Network (EEN) in NRW unter Koordination der ZENIT GmbH. Partner sind die NRW.BANK und seit 2015 zusätzlich NRW.International.


Das Handlungskonzept umfasst folgende Maßnahmenbündel:

1.     Informationsangebot
1.1   Internet-Portal zu Horizont 2020.
1.2   Newsletter (bisher rund 3.400 Abonnentinnen und Abonnenten aus Wissenschaft und Wirtschaft).


2.     Integriertes Veranstaltungskonzept
2.1   Präsentationen von NRW-Forschungsschwerpunkten in der Vertretung des Landes NRW bei der EU in Brüssel: „Grand Challenges: Answers from NRW“.
2.2   Zielgruppenspezifische Veranstaltungen in Nordrhein-Westfalen, u.a. die Europäische Netzwerkveranstaltung „Successful R&I in Europe“ mit ca. 350 Teilnehmern aus NRW und Europa und die Schulungsreihe „NRW-FIT in Europa“ für AntragstellerInnen und ProjektmanagerInnen in Horizont 2020.


3.     Optimierung der Beratungsstrukturen
3.1   Regelmäßige Workshops der EU- und InnovationsberaterInnen aus Wissenschaft und Wirtschaft in NRW zum Austausch über Aspekte der Qualitätssicherung, der Evaluation, der Weiterentwicklung der eigenen Beratungsleistung etc.
3.2   Seit 2010 fördert das MIWF den Aufbau von EU-Projektmanagementstrukturen an Hochschulen mit insgesamt 3,1 Mio. Euro. In zwei Wettbewerben 2010 und 2014 haben sich 23 Hochschulen durchgesetzt.


4.     Unterstützung bei der Bildung von Projektkonsortien in Horizont 2020 werden über Dienstleistungen von NRW.Europa (Kooperationsbörsen, Delegationsreisen, etc.) angeboten.


5.     Unterstützung des Wissens- und Technologietransfers von Ergebnissen aus NRW-Beteiligungen in Horizont 2020 über Dienstleistungen von NRW.Europa, wie z.B. die Erstellung und Verbreitung von evaluierten Technologiegesuchen und -angeboten, die Unterstützung von Lizenzierungen und Ausgründungen aus der Wissenschaft, die Einbindung von Akteuren in Kooperationsbörsen etc.


6.     Technologie- und Innovationsunterstützung, insbesondere über die Beteiligung an den neuen KMU-Fördermöglichkeiten. Ca. 20% der verfügbaren Mittel in den Horizont 2020 Programmschwerpunkten „Industrielle Führerschaft“ und „Gesellschaftliche Herausforderungen“ sollen KMU zukommen.


7.     Synergieeffekte zwischen Horizont 2020 und den Strukturfonds sollen  in NRW erzeugt werden, indem sowohl Informations- und Beratungsleistungen zum Aufbau von Forschungs- und Innovationskapazitäten („upstream“) als auch Maßnahmen zur Verbesserung der Nutzung und wirtschaftlichen sowie sozialen Verwertung von Forschungsergebnissen („downstream“) angeboten werden.


8.     Innovationsorientierte öffentliche Beschaffung spielt in Horizont 2020 durch zwei neue Instrumente eine herausragende Rolle. Pre-Commercial Procurement (PCP) ermöglicht es den öffentlichen Beschaffern, technologisch innovative Lösungen für ihren speziellen Bedarf entwickeln zu lassen. Public Procurement of Innovative Solutions (PPI) dient dem Einkauf bereits entwickelter innovativer Produkte, auch um deren Markteinführung zu erleichtern. Im Rahmen von NRW.Europa werden Informationsveranstaltungen durchgeführt, EU-Projekte und/oder -Anträge begleitet und Kontakte zwischen Anbietern und Nachfragern vermittelt.

 

 

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